Was eine Bootsversicherung für Griechenland leistet
Eine Bootsversicherung für Griechenland besteht aus zwei Schichten. Die erste ist die gesetzliche Pflicht-Haftpflicht (sie deckt Schäden, die du mit deinem Boot Dritten zufügst) für Freizeitboote. Die zweite ist deine eigene umfassende Yacht-Haftpflicht und Kasko, die du in Deutschland abschließt und die in griechischen Gewässern gilt.
Der wichtige Unterschied zu Kroatien: Griechenland schreibt die Haftpflicht nicht nur vor, es legt auch feste Mindestdeckungssummen fest. Diese stehen im griechischen Gesetz 4926/2022 und gelten für jedes Freizeitboot unter 300 BRZ, unabhängig von der Flagge.
Als ungebundener Versicherungsmakler arbeiten wir anbieterübergreifend. Wir vergleichen die Yacht- und Bootshaftpflicht-Tarife von ADAC, Pantaenius, Nammert, Eerdmans, Gothaer und Helvetia und wählen die Police, die zu deinem Bootstyp, deinem Revier und deinem Nutzungsprofil passt. Du bekommst ein konkretes Angebot, statt dich durch einzelne Versicherer-Rechner zu klicken.
Ist eine Bootsversicherung in Griechenland Pflicht?
Ja, für Freizeitboote ist die Haftpflicht in Griechenland gesetzlich Pflicht. Das unterscheidet Griechenland klar von Deutschland, wo es keine bundesweite Pflicht gibt.
Die Rechtsgrundlage bildet das griechische Gesetz 4926/2022, veröffentlicht im Regierungsblatt ΦΕΚ A' 82 vom 20. April 2022. Es verpflichtet alle Freizeitboote und professionellen touristischen Tagesausflugsschiffe mit einer Bruttoraumzahl unter 300 zu einer Haftpflichtversicherung gegen Personen-, Sach- und Umweltschäden. Der internationale Yachtversicherer Pantaenius erläutert diese Pflichtversicherung nach griechischem Recht im Detail.
Die Pflicht knüpft an die Bootskategorie an, nicht an eine Mindestlänge oder Motorleistung. Da nur sehr große Superyachten über 300 BRZ liegen, fallen alle üblichen Sportboote, Segelyachten und Motoryachten von etwa 7 bis 24 Meter Länge unter die Pflicht. Sie gilt territorial, also auch für dein deutsches Boot, sobald es in griechische Gewässer einläuft.
| Boot in Griechenland | Haftpflicht Pflicht? | Grundlage |
|---|---|---|
| Segelyacht (Freizeitboot unter 300 BRZ) | Ja | Gesetz 4926/2022 |
| Motoryacht (Freizeitboot unter 300 BRZ) | Ja | Gesetz 4926/2022 |
| Katamaran im Charterbetrieb | Ja | Gesetz 4926/2022 |
| Jetski | Ja | Freizeitboot, plus Führerscheinpflicht |
| Kleines Segelboot ohne Motor | Ja, als Freizeitboot | Gesetz 4926/2022 |
Getrennt von der Versicherungspflicht steht die Führerscheinpflicht. Nach Angaben des ADAC im Revierführer Griechenland brauchst du einen Sportbootführerschein unter anderem für Schlauchboote über 15 PS Außenborder, andere Boote über 30 PS Außenborder, Boote mit Innenbord-Benzinmotor über 40 PS sowie für Jetskis. Diese Pflicht betrifft die Person des Skippers und ist unabhängig von der Haftpflichtpflicht des Bootes.
Die gesetzlichen Mindestdeckungssummen in Griechenland
Hier liegt der entscheidende Punkt für deutsche Bootseigner. Griechenland gibt die Mindestdeckung nicht als eine Pauschalsumme vor, sondern gestaffelt nach Personen-, Sach- und Umweltschäden, jeweils mit einem Betrag pro Person, pro Schadensfall und als Gesamtsumme für die Versicherungsperiode.
Für Freizeitboote gelten nach dem Gesetz 4926/2022 diese Werte, die auch der Wassersport-Versicherungsvermittler Schmitz für Griechenland auflistet.
| Risiko in Griechenland | Pro Person | Je Schadensfall | Gesamtsumme |
|---|---|---|---|
| Personenschäden und Tod | 150.000 Euro | 700.000 Euro | 2.100.000 Euro |
| Sachschäden an Dritten | 150.000 Euro | 450.000 Euro | |
| Wasserverunreinigung | 150.000 Euro | 450.000 Euro |
Die Aufteilung bedeutet: Bei einem Unfall mit mehreren Verletzten leistet der Versicherer bis zu 150.000 Euro pro betroffener Person, gedeckelt bei 700.000 Euro je Schadensfall. Die Gesamtsumme von 2,1 Millionen Euro ist die Obergrenze für alle Personenschäden eines Versicherungsjahres.
Diese Summen sind die gesetzliche Untergrenze, nicht der Maßstab für deinen tatsächlichen Schutz. Ein einziger schwerer Personenschaden mit Heilkosten, Erwerbsausfall und Schmerzensgeld kann die 150.000 Euro pro Person deutlich übersteigen. Genau deshalb ist die eigene Yacht-Haftpflicht so wichtig.
Warum du eine eigene Yacht-Haftpflicht brauchst
Aus den knappen Mindestsummen folgt eine klare Regel. Die gesetzliche Pflichtdeckung erfüllt die Buchstaben des griechischen Rechts, dein echter Schutz kommt aber aus einer eigenen Bootshaftpflicht oder Yacht-Haftpflicht mit hoher Deckung, die du in Deutschland abschließt.
Deshalb empfehlen Fachleute Deckungssummen von 5 bis 15 Millionen Euro. Der Sprung von der griechischen Mindestsumme auf eine deutsche Yacht-Haftpflicht mit 10 oder 15 Millionen Euro kostet im Jahr meist nur wenige Euro mehr und nimmt das existenzielle Risiko heraus.
Yacht-Haftpflicht
Personen- und Sachschäden gegenüber Dritten. Empfohlen 5 bis 15 Mio Euro, das übersteigt die griechische Mindestdeckung deutlich und schließt schwere Schadenfälle ein.
Kasko (Teil und Voll)
Schaden am eigenen Boot durch Feuer, Sturm, Diebstahl, Vandalismus, Kollision oder Grundberührung. Freiwillig, bei wertvollen Booten Standard.
Mehrsprachiger Nachweis
Versicherungsbestätigung in griechischer oder englischer Sprache, die die Deckungssummen nach Gesetz 4926/2022 ausweist. Wird für die Hafenkontrollen benötigt.
Umweltschäden inklusive
Deckung für Wasserverunreinigung durch auslaufenden Treibstoff. In Griechenland gesetzlich vorgeschrieben und bei Verstößen streng sanktioniert.
Ob deine deutsche Police die griechische Pflicht formal erfüllt, hängt von zwei Dingen ab. Die Summen müssen die Mindestwerte erreichen, und Wasserverunreinigung muss eingeschlossen und im Zertifikat erkennbar sein. Viele deutsche Wassersport-Haftpflichten bieten 3 Millionen Euro oder mehr pauschal und erfüllen die materiellen Anforderungen damit, brauchen aber eine ergänzende Bestätigung des Versicherers, welche die griechische Struktur abbildet.
Bei Griechenland sehe ich immer denselben Fehler. Die Skipper prüfen nur, ob überhaupt eine Haftpflicht besteht, und übersehen die feste Staffelung im Gesetz. Wenn dann das Zertifikat die 150.000 Euro pro Person und die Umweltdeckung nicht sauber ausweist, gibt es an der Hafenkontrolle Ärger. Ich sorge dafür, dass die deutsche Police die griechischen Vorgaben erfüllt und der Nachweis mehrsprachig an Bord liegt.
TEPAI: die griechische Aufenthaltsabgabe
Neben der Versicherung musst du in Griechenland die Aufenthaltsabgabe TEPAI entrichten. Sie wurde 2019 eingeführt, wird von der griechischen Steuerbehörde AADE verwaltet und ersetzt ältere Gebühren wie die frühere Reciprocal Tax. TEPAI ist eine staatliche Abgabe und kein Versicherungsersatz.
Zahlen musst du TEPAI für jedes private oder gewerbliche Freizeitboot über 7 Meter Gesamtlänge, das sich in griechischen Territorialgewässern aufhält, unabhängig von der Flagge. Boote bis 7 Meter sind befreit. Der Betrag hängt allein von der Bootslänge ab und wird monatlich berechnet.
| Bootslänge | TEPAI pro Monat |
|---|---|
| über 7 bis 8 Meter | 16 Euro |
| über 8 bis 10 Meter | 25 Euro |
| über 10 bis 12 Meter | 33 Euro |
| über 12 Meter | 8 Euro je Meter |
Ein Boot von 12,01 Meter zahlt also rund 96 Euro pro Monat. Bei Vorauszahlung für ein ganzes Jahr gibt es einen Rabatt von 10 Prozent. Die Abgabe ist für den gesamten Monat fällig, sobald das Boot an einem Tag dieses Monats in griechischen Gewässern war, erlaubt dafür aber den Verbleib bis zum dritten Tag des Folgemonats.
Die Zahlung läuft über das elektronische eTEPAI-Portal der AADE. Du registrierst dich, legst eine TEPAI-Anwendung mit den Bootsdaten an und zahlst per Banküberweisung unter Angabe des generierten Zahlungscodes. Den Beleg führst du an Bord mit.
Charterkunden zahlen TEPAI nicht selbst, sie ist im Charterpreis einkalkuliert. Der Vercharterer übernimmt die Abwicklung für seine Flotte.
Charter in Griechenland: Skipperhaftpflicht und Kaution
Griechenland ist mit dem Ionischen Meer, dem Saronischen Golf, den Kykladen und den Sporaden eines der beliebtesten Charterreviere Europas. Viele deutsche Skipper kommen ohne eigenes Boot. Dann gilt eine andere Logik. Das Charterboot ist über den Vercharterer haftpflicht- und kaskoversichert, auch die gesetzliche Pflicht-Haftpflicht stellt das Charterunternehmen. Für dich bleiben zwei Themen: deine persönliche Haftung und die Kaution.
Die Skipperhaftpflicht deckt deine Haftung als Schiffsführer gegenüber dem Boots-Eigner und Dritten. Das ist wichtig, weil der Vercharterer dich bei grober Fahrlässigkeit in Regress nehmen kann und weil manche Ansprüche über die Bootspolice hinausgehen. Manche Wassersport-Haftpflichtpolicen schließen gecharterte Boote bis zu einer bestimmten Dauer und Leistungsgrenze automatisch mit ein.
Die Charterkaution hinterlegst du beim Check-in. Sie ist erstattungsfähig und deckt Schäden am Charterboot bis zu einer vereinbarten Höhe. Gibst du die Yacht unbeschädigt zurück, bekommst du die volle Kaution zurück.
| Bootstyp und Größe | Typische Kaution |
|---|---|
| Segelyacht 10 bis 13 Meter | 1.500 bis 3.000 Euro |
| Katamaran 12 bis 15 Meter | 3.000 bis 5.000 Euro |
| Leistungsstarke Motoryacht | 4.000 bis 5.000 Euro |
Eine Kautionsversicherung übernimmt die einbehaltene Kaution im Schadenfall bis zur vereinbarten Höhe. Manche Anbieter versichern über die Charterversicherung alle Törns eines Jahres in einer Police, was sich für Vielcharterer lohnt. Alternativ bieten viele Vercharterer ein eigenes Kautionsreduzierungs-Modell gegen einen wöchentlichen Aufschlag an. Prüfe beide Wege und vergleiche.
Führerschein: SBF See und SKS in Griechenland
Für Bareboat-Charter muss mindestens eine Person an Bord einen anerkannten Bootsführerschein besitzen. Der Sportbootführerschein See (SBF See) und der Sportküstenschifferschein (SKS) werden in Griechenland üblicherweise akzeptiert.
Eine Garantie gibt es allerdings nicht, weil Griechenland die UNECE-Resolution 40 zur gegenseitigen Anerkennung formal nicht umgesetzt hat und die Anerkennung im Ermessen der Hafenbehörde liegt. Auf der sicheren Seite bist du mit einem International Certificate of Competence (ICC) oder einer griechischen Übersetzung deines Führerscheins.
Das Originaldokument ist Pflicht, Kopien oder Handyfotos reichen bei der Hafenbehörde nicht. Viele Vercharterer verlangen zusätzlich einen erfahrenen Co-Skipper an Bord, der nicht zwingend einen Schein braucht, aber Segelerfahrung nachweisen können sollte. Im Zweifel klärst du die Anerkennung vorab mit dem Vercharterer.
Dokumente an Bord in Griechenland
Kontrollen durch Port Police und Hafenbehörden gehören in Griechenland zum Alltag, gerade in der Hochsaison. Diese Unterlagen gehören deshalb griffbereit an Bord.
- Bootspapiere mit Registrierung und Eigentumsnachweis
- Bei Charter der Chartervertrag und die Crewliste
- Versicherungsnachweis in griechischer oder englischer Sprache mit den Deckungssummen
- TEPAI-Beleg mit Zahlungsnachweis
- Anerkannter Bootsführerschein im Original, idealerweise mit ICC oder Übersetzung
- Bei EU-Booten der Nachweis des Mehrwertsteuer-Status
- Funkzeugnis für das VHF-Funkgerät
DEKPA und Transitlog betreffen deutsche Boote in der Regel nicht. Das DEKPA ist ein Verkehrsdokument für griechisch beflaggte Freizeitboote über 10 Meter, das Transitlog nur für Boote mit Nicht-EU-Flagge, etwa unter britischer oder Schweizer Flagge. Ein deutsches Boot mit EU-Flagge kommt normalerweise mit TEPAI, Versicherungsnachweis, Bootspapieren und Führerschein aus.
Was eine Bootsversicherung für Griechenland kostet
Verbindliche Pauschalpreise gibt es nicht, weil der Beitrag risikogerecht kalkuliert wird. Bootswert, Bootstyp, Motorleistung, Liegeplatz, Fahrgebiet und Schadenhistorie fließen ein. Trotzdem lassen sich aus dem Markt klare Bandbreiten benennen.
Die reine Haftpflicht bleibt vergleichsweise günstig, weil sie vor allem von der Deckungssumme abhängt. Die Kasko-Prämie steigt mit dem versicherten Bootswert. Wer ein deutsches Boot in griechischen Gewässern fährt, kombiniert meist eine Yacht-Haftpflicht mit Mittelmeer-Geltungsbereich und eine passende Kasko.
| Boot (Zeitwert) | Kombinierte Haftpflicht und Kasko je Jahr |
|---|---|
| Segelyacht 10 bis 12 Meter (80.000 bis 120.000 Euro) | rund 600 bis 1.200 Euro |
| Katamaran 12 bis 15 Meter (200.000 bis 300.000 Euro) | rund 1.500 bis 2.500 Euro |
| Motoryacht 15 bis 18 Meter (300.000 bis 500.000 Euro) | rund 2.000 bis 4.000 Euro |
Die Werte sind Markterfahrungen und keine verbindliche Preiszusage. Eine reine Bootshaftpflicht für ein Freizeitboot mittlerer Größe liegt oft bei rund 150 bis 300 Euro im Jahr, die Kasko treibt die Prämie nach oben. Welche Variante für dich passt, prüfen wir im Angebot.
So läuft die Angebotsanfrage
- Du füllst das Formular aus (Bootstyp, Motorleistung, Wert, Liegeplatz, Fahrgebiet Griechenland, gewünschte Deckungssumme).
- Wir vergleichen die passenden Yacht- und Bootshaftpflicht-Tarife der deutschen Spezialversicherer und prüfen, dass der Geltungsbereich Griechenland, die Mindestsummen nach Gesetz 4926/2022 und die Umweltdeckung sauber abgedeckt sind.
- Du bekommst innerhalb von 24 Stunden ein konkretes Angebot per E-Mail, inklusive Vergleich und Empfehlung, auf Wunsch mit mehrsprachigem Versicherungsnachweis für die griechischen Behörden.
Im Schadenfall begleiten wir dich gegenüber dem Versicherer. Das ist Teil unserer Maklerleistung und kostet dich nichts extra.