Motorboot aus der Vogelperspektive auf offenem Wasser, wie es für das stark befahrene Rheinrevier typisch ist
Bootsversicherung Rhein & NRW

Bootsversicherung Rhein & NRW: Liegeplätze, Berufsschifffahrt-Risiko, Pflicht und Kosten

Eine Bootsversicherung am Rhein und in NRW besteht aus der freiwilligen Boots-Haftpflicht und der ebenfalls freiwilligen Kasko. In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Bootshaftpflicht. Wer aber einen Bootsliegeplatz am Rhein in Köln, Düsseldorf, Duisburg oder an der Mosel nutzen will, kommt praktisch nicht darum herum, weil fast alle Marinas den Haftpflicht-Nachweis im Liegeplatzvertrag verlangen. Der Rhein ist zudem eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas mit dichter Berufsschifffahrt und starker Strömung, was das Kollisions- und Kaskorisiko deutlich erhöht. Als ungebundener Versicherungsmakler vergleichen wir die Tarife der Boots-Spezialisten und der großen Versicherer und schicken dir innerhalb von 24 Stunden ein passendes Angebot per E-Mail.

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Was eine Bootsversicherung am Rhein leistet

Eine Bootsversicherung am Rhein und in NRW ist kein einzelnes Produkt, sondern die Kombination aus der Boots-Haftpflicht und der Kasko. Die Haftpflicht (sie deckt Schäden, die du mit deinem Boot Dritten zufügst) ist die Basis und schützt dich vor den finanziellen Folgen einer Kollision oder eines Personenschadens. Die Kasko (sie deckt Schäden am eigenen Boot durch Unfall, Sturm, Diebstahl oder Grundberührung) ist freiwillig und bei wertvollen Booten Standard.

Beide Bausteine sind in Deutschland gesetzlich freiwillig. Am Rhein kommt trotzdem kaum jemand ohne Haftpflicht aus, weil die Marinas sie im Liegeplatzvertrag verlangen und weil das Revier ein besonders hohes Haftungsrisiko hat.

Als ungebundener Versicherungsmakler arbeiten wir anbieterübergreifend. Wir vergleichen die Tarife der Boots-Spezialisten und der großen Versicherer und wählen die Police, die zu deinem Bootstyp, deinem Liegeplatz und deinem Fahrgebiet auf Rhein, Mosel oder den NRW-Kanälen passt.

Der Rhein als stark befahrene Bundeswasserstraße

Der Rhein ist eine der meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt. An der deutsch-niederländischen Grenze werden nach Angaben der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt jährlich rund 200 Mio Tonnen Güter über den Rhein transportiert. Für die deutsche Binnenschifffahrt läuft der Großteil des Verkehrs über den Rhein, wie das Statistische Bundesamt für das erste Halbjahr 2022 mit einem Rhein-Anteil von 86,3 Prozent belegt.

Für dich als Sportbootfahrer heißt das, du bist praktisch nie in ruhigen Verhältnissen unterwegs. Du bewegst dich ständig im Umfeld großer Frachter, Schubverbände und Tankschiffe mit hoher Masse und tiefem Tiefgang. Die Verkehrsdichte ist auf den NRW-Abschnitten besonders hoch.

Rhein-AbschnittSchiffe pro Tag (Durchschnitt)
Grenze Deutschland und Niederlanderund 600
Kölnrund 400
Mainzrund 300
Karlsruherund 200
Iffezheimrund 100

Die Zahlen stammen von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Gerade die Reviere Köln, Düsseldorf und Duisburg zählen zu den verkehrsreichsten Abschnitten überhaupt.

Strömung, Sog und Wellenschlag als Risiko

Der Rhein unterscheidet sich hydrologisch stark von einem stehenden See. Die Fließgeschwindigkeit liegt am Niederrhein bei etwa 4 bis 6 km/h und kann im Mittelrheintal bis zu rund 10 km/h erreichen. Schon eine kurze Antriebsstörung kann dazu führen, dass dein Boot abdriftet, bevor du gegensteuern kannst.

Dazu kommen die Effekte der Großschifffahrt. Der Sog eines vorbeifahrenden Frachters zieht Wasser in Richtung Schiffskörper und kann ein kleines Boot seitlich an die Bordwand saugen. Der Wellenschlag großer Verbände bewegt Boote heftig auf und ab und drückt sie im Hafen gegen Stege und Pfähle.

Diese Sog- und Wellenschlagschäden sind ein klassisches Risiko in Rhein-Marinas. Sie treffen nicht nur fahrende, sondern auch festgemachte Boote, wenn Leinen reißen oder Fender verrutschen.

Kollision mit Berufsschifffahrt

Der große Unterschied in Masse und Geschwindigkeit bedeutet, dass dein Sportboot bei einem Zusammenstoss schwer beschädigt wird, während der Frachter oft kaum Schaden nimmt.

Sog und Wellenschlag

Vorbeifahrende Grossschiffe erzeugen Sog und starken Wellenschlag, die Boote an die Bordwand ziehen oder im Hafen gegen Stege drücken.

Grundberührung bei Niedrigwasser

Bei niedrigen Wasserständen reicht die Fahrrinnentiefe nicht überall, und dein Boot kann auf Steinschüttungen oder Untiefen auflaufen.

Treibgut bei Hochwasser

Bei Hochwasser reissen Baumstämme und Schwimmkörper von den Ufern und werden zu Hindernissen für schnellfahrende Boote.

Aus diesem Risikoprofil folgt direkt die Empfehlung für den Versicherungsschutz. Eine hohe Haftpflichtdeckung fängt die Folgen einer Kollision mit einem Berufsschiff ab, eine Kasko schützt dein eigenes Boot vor Grundberührung, Wellenschlag und Treibgut.

Ist eine Bootsversicherung am Rhein Pflicht?

Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Bootshaftpflicht gibt es in Deutschland nicht, auch nicht am Rhein oder in NRW. Anders als beim Auto fehlt ein Pflichtversicherungsgesetz für private Sportboote.

Trotzdem fährt am Rhein kaum jemand ohne Haftpflicht. Der Grund liegt im Liegeplatzvertrag. Fast alle Marinas und Vereine verlangen den Nachweis einer Bootshaftpflicht, bevor sie dir einen Platz geben. Damit entsteht eine faktische Pflicht aus Privatrecht, sobald du einen festen Bootsliegeplatz am Rhein nutzen willst.

Diese drei Ebenen solltest du sauber auseinanderhalten.

EbeneGilt für Boote am Rhein?Grundlage
Gesetzliche PflichtNein, es besteht keineKein Bundes- oder Landesgesetz schreibt sie vor
Vertragliche PflichtJa, bei fast jedem LiegeplatzLiegeplatz- und Vereinsverträge der Marinas
Fachliche EmpfehlungJa, dringendDichte Berufsschifffahrt und starke Strömung

Für die Kasko gilt das Gleiche. Sie ist weder gesetzlich noch über die Marina vorgeschrieben, sondern eine Frage der eigenen Risikovorsorge. Bei einem wertvollen Boot ist sie im Rheinrevier fast immer sinnvoll.

Führerschein, Kennzeichen und Funk auf dem Rhein

Auf dem Rhein gilt die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung (RheinSchPV), auf der Mosel die Moselschifffahrtspolizeiverordnung und auf den übrigen Bundeswasserstraßen die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Als Kleinfahrzeug mit weniger als 20 Metern Länge musst du der Berufsschifffahrt ausweichen und darfst die Hauptfahrrinne nicht blockieren.

Einen Sportbootführerschein Binnen brauchst du für ein Boot mit Verbrennungsmotor von mehr als 11,03 kW, das entspricht 15 PS. Bei einem Elektromotor liegt die Grenze bei mehr als 7,5 kW in Dauerbetrieb. Das geht aus den Angaben zu den Sportbootführerscheinen bei ELWIS hervor. Boote unterhalb dieser Werte fährst du grundsätzlich führerscheinfrei.

Dazu kommt die Kennzeichnungspflicht. Nach der Binnenschifffahrt-Kennzeichnungsverordnung (KlFzKV-BinSch) müssen motorisierte Kleinfahrzeuge mit mehr als 2,21 kW ein amtliches Kennzeichen führen. Für motorisierte Boote auf dem Rhein ist die Registrierung also Standard.

Hast du eine UKW-Funkanlage an Bord, muss der Schiffsführer oder ein Besatzungsmitglied ein UKW-Sprechfunkzeugnis Binnen (UBI) besitzen. Die Grundlagen dazu regelt die Binnenschifffahrt-Sprechfunkverordnung, dokumentiert bei ELWIS. Auf dem stark befahrenen Rhein hilft der Funk, sich mit der Berufsschifffahrt abzustimmen.

Diese Regeln haben direkte Folgen für deinen Versicherungsschutz. Versicherer setzen voraus, dass dein Boot zugelassen und gekennzeichnet ist und dass du den nötigen Führerschein besitzt. Verursachst du ohne gültige Fahrerlaubnis grob fahrlässig einen Schaden, steht die Haftpflicht in der Regel nicht ein.

Die Bausteine einer Bootsversicherung

Boots-Haftpflicht

Personen-, Sach- und Vermögensschäden gegenüber Dritten. Freiwillig, aber von fast jeder Rhein-Marina im Liegeplatzvertrag verlangt. Am Rhein sind 10 bis 15 Mio Euro Deckung sinnvoll.

Kasko (Teil- und Vollkasko)

Schaden am eigenen Boot durch Feuer, Sturm, Diebstahl, Kollision, Grundberührung oder Wellenschlag. Im Rheinrevier wegen Strömung und Berufsschifffahrt besonders sinnvoll.

Maschinenschaden

Deckt Schäden direkt am Motor oder Antrieb, die über die normale Kasko hinausgehen. Sinnvoll bei leistungsstarken Motoren, die gegen die Rheinströmung anfahren müssen.

Insassenunfall und Rechtsschutz

Schutz für Skipper und Crew bei einem Unfall an Bord sowie Rechtsschutz bei Streit rund um das Boot, etwa nach einer Kollision oder im Liegeplatzstreit.

Haftpflicht plus Kasko bilden für die meisten Bootseigner die sinnvolle Grundausstattung. Maschinenschaden, Insassenunfall und Rechtsschutz baust du je nach Boot und Nutzung dazu.

Was Teil- und Vollkasko am Rhein abdecken

Die Kasko orientiert sich an den bekannten Strukturen aus der Autoversicherung. Die Teilkasko deckt die klassischen Elementar- und Diebstahlrisiken, die Vollkasko erweitert das um selbst verschuldete Unfallschäden. Die Selbstbeteiligung legst du im Tarif fest.

Am Rhein zählen vor allem die reviertypischen Schäden. Eine Grundberührung bei Niedrigwasser, ein Wellenschlagschaden im Hafen oder eine Kollision mit einem Berufsschiff kann teuer werden. Die Haftpflicht hilft dir dabei nicht, denn sie zahlt nur Schäden an Dritten. Eigene Schäden deckt allein die Kasko.

In der Teil- und Vollkasko meist abgedeckt:

  • Feuer, Blitzschlag, Explosion
  • Diebstahl des Bootes, des Außenbordmotors oder fest verbauter Ausrüstung
  • Sturm, Hagel, Hochwasser und Schäden durch Treibgut
  • Wellenschlag- und Sogschäden im Hafen und am Steg
  • Kollision mit anderen Booten, Berufsschiffen, Stegen oder Hindernissen (Vollkasko)
  • Grundberührung, Auflaufen, Sinken bei Niedrigwasser (Vollkasko)
  • Schäden beim Krannen, Slippen, Transport und in der Einlagerung
  • Bergungs- und Wrackbeseitigungskosten nach einem Schaden

In der Regel nicht abgedeckt:

  • Vorsatz und Schäden unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Fahrt ohne den vorgeschriebenen Sportbootführerschein
  • Verschleiß an Tauwerk, Persenning, Beschlägen und Motor
  • Osmose, UV-Schäden und normale Alterung
  • Grob fahrlässige Missachtung zentraler Fahrregeln, je nach Tarif
  • Kriegsereignisse, innere Unruhen, Beschlagnahme

Liegeplätze am Rhein: Köln, Düsseldorf, Duisburg und Mosel

Der Rhein bildet mit Mosel und den verbundenen Kanälen ein dichtes Revier mit vielen Sporthäfen und Vereinen. Genau diese Nachfrage sorgt dafür, dass Liegeplätze in den begehrten Lagen knapp sind und oft über Wartelisten vergeben werden.

In Köln gehören der Rheinau-Sporthafen Köln mit 120 Liegeplätzen und der Kölner Autbord- und Motoryacht-Club zu den bekanntesten Adressen. Der Rheinau-Sporthafen bietet Dalben-Boxen, Fingerstege, eine Slipanlage mit Travellift und nächtliche Überwachung für Boote bis 25 Meter Länge.

In Düsseldorf veröffentlicht der Düsseldorfer Yachtclub am Rheinkilometer 747 konkrete Zahlen. Der Club hat 70 Liegeplätze, davon 35 für Boote bis 7 Meter. Gastlieger zahlen dort 2 Euro pro Meter Schiffslänge und Tag, der Stromanschluss kostet 5 Euro täglich.

Hafen / VereinOrtPlätze / BesonderheitPreis-Orientierung
Rheinau-Sporthafen KölnKöln120 Plätze, bis 25 m, Travellift, Bewachungauf Anfrage, Warteliste
Kölner Autbord- und Motoryacht-ClubKölnüber 140 Bootsliegeplätzeauf Anfrage
Düsseldorfer YachtclubDüsseldorf70 Plätze, ClubgastronomieGastlieger 2 €/m/Tag plus 5 €/Tag Strom
WSV RheinwachtDüsseldorfLiegeplätze und Gastlieger, Strom und Wasserauf Anfrage
Marina in BingenBingen (Rhein-Nahe)Liegeplätze zum Mietenauf Anfrage

Wer flexibler ist, weicht auf Häfen bei Leverkusen, Duisburg oder an der Mosel aus. Weitere Anlegemöglichkeiten und öffentliche Liegestellen listet die Marina von Bingen am Rhein sowie das ADAC-Marina-Verzeichnis auf.

Für die Versicherung ist die Liegeplatzwahl doppelt relevant. Erstens verlangt der Vertrag fast immer den Haftpflicht-Nachweis. Zweitens fließt die Lage in den Kasko-Beitrag ein, weil ein bewachter Hafen das Diebstahl- und Wellenschlagrisiko senkt.

Was eine Bootsversicherung am Rhein kostet

Verbindliche Pauschalpreise gibt es nicht, weil die Prämie risikogerecht kalkuliert wird. Bootswert, Bootstyp, Motorleistung, Baujahr, Liegeplatz, Fahrgebiet und Schadenhistorie fließen ein. Weil viele Versicherer das stark befahrene Rheinrevier als erhöhtes Risiko bewerten, kann der Beitrag über dem eines ruhigen Sees liegen.

Die Haftpflicht bleibt vergleichsweise günstig, weil sie vor allem von der Deckungssumme abhängt. Die Kasko-Prämie steigt mit dem versicherten Bootswert und dem Revierrisiko.

Bootstyp (Zeitwert)Haftpflicht pro JahrKasko zusätzlich pro JahrTypische Gesamtprämie
Kleines Motorboot (bis 20.000 €)unterer dreistelliger BereichTeilkasko ab rund 200 €rund 300 bis 550 €
Freizeit-Motorboot (20.000 bis 40.000 €)unterer dreistelliger BereichTeil- bis Vollkaskorund 400 bis 1.000 €
Segelboot (bis 80.000 €)dreistelliger BereichVollkaskorund 500 bis 1.100 €
Yacht (ab 100.000 €)moderat, summenabhängigstark wertabhängigvierstellig

Die Werte sind Markterfahrungen und keine verbindliche Preiszusage. Dein Beitrag hängt von der konkreten Konfiguration und vom Versicherer ab.

Rechenbeispiel: Freizeit-Motorboot mit Liegeplatz in Köln

Stell dir folgende Situation vor. Ein Motorboot mit 60 kW, Zeitwert 30.000 Euro, Liegeplatz in einer bewachten Marina in Köln, Fahrgebiet Rhein und Mosel, Eigner mit sauberer Schadenhistorie. So sieht ein typisches Paket aus.

PositionJahresbeitrag
Boots-Haftpflicht 15 Mio €rund 140 €
Teilkasko (Feuer, Diebstahl, Naturgefahren, Wellenschlag), SB 500 €rund 320 €
Erweiterung auf Vollkaskorund 240 €
Insassenunfall und Rechtsschutzrund 70 €
Gesamt mit Vollkaskorund 770 €

Die Zahlen sind Orientierungswerte aus dem Markt. Wer nur Haftpflicht plus Teilkasko nimmt, landet eher bei 460 Euro im Jahr. Welche Variante für dich passt, prüfen wir im Angebot.

Top-Anbieter im Vergleich

Wir vergleichen anbieterübergreifend und prüfen, welcher Tarif zu deinem Boot und deinem Liegeplatz am Rhein oder an der Mosel passt. Hier eine Marktorientierung zu den wichtigsten Anbietern für Bootseigner.

AnbieterStärkeHaftpflicht-DeckungBesonderheit
Pantaeniusgroßer Boots-Spezialistbis 15 Mio € wählbarbreite Kasko-Deckung, internationale Reviere
SchomackerHamburger Yachtversicherungsummenstark wählbarBeiboote und Wassersportgeräte einschließbar
Nammertgünstiger Vergleichstarifmehrere Mio €Basis- und Komfortstufen, Online-Abschluss
Helvetiabreite Wassersportkaskobis 20 Mio €Schutz bei Totalverlust, Diebstahl, Sturm
Gothaer / ESAklassische Sachversicherermehrere Mio €solide Grunddeckung, gute Servicestruktur
Lokale NRW-MaklerRevierkenntnis vor Ortje nach Tarifpersönlicher Kontakt im Schadenfall

Vergleichsportale zeigen, wie groß die Nachfrage nach Transparenz ist. Ein Portal ersetzt aber nicht die individuelle Prüfung, weil Bootsversicherungen viele Deckungsbausteine kombinieren. Genau diese Detailprüfung übernehmen wir für dich.

Am Rhein unterschätzen viele das Revier. Das ist kein ruhiger See, sondern eine Autobahn für Frachter. Ich rate meinen Kunden hier immer zu einer hohen Haftpflicht, weil eine Kollision mit einem Berufsschiff schnell in die Millionen geht. Und die Kasko brauchst du gegen Grundberührung bei Niedrigwasser und den Wellenschlag im Hafen.

— Felix Koller, Versicherungsmakler für Bootsversicherungen

So läuft die Angebotsanfrage

  1. Du füllst das Formular aus (Bootstyp, Motorleistung oder Antrieb, Wert, Liegeplatz, Fahrgebiet, gewünschte Deckungssumme).
  2. Wir vergleichen die passenden Tarife der Boots-Spezialisten und der großen Versicherer und prüfen, welchen Haftpflicht-Nachweis deine Marina am Rhein verlangt.
  3. Du bekommst innerhalb von 24 Stunden ein konkretes Angebot per E-Mail, inklusive Vergleichstabelle und Empfehlung.

Im Schadenfall begleiten wir dich gegenüber dem Versicherer. Das ist Teil unserer Maklerleistung und kostet dich nichts extra. Auch den Versicherungsnachweis für deinen Liegeplatzvertrag organisieren wir mit.

Für ein anderes Binnenrevier findest du die passende Übersicht auf unserer Seite zu Berlin und Brandenburg.

FAQ

Häufige Fragen

Ist eine Bootsversicherung am Rhein Pflicht?

Nein, eine gesetzliche Pflicht zur Bootshaftpflicht gibt es in Deutschland nicht, auch nicht am Rhein oder in NRW. Anders als beim Auto schreibt kein Gesetz eine Haftpflichtversicherung für private Sportboote vor. In der Praxis verlangen jedoch fast alle Marinas und Wassersportvereine am Rhein, etwa der Rheinau-Sporthafen Köln oder der Düsseldorfer Yachtclub, im Liegeplatzvertrag den Nachweis einer Bootshaftpflicht. Daraus entsteht eine faktische Pflicht aus Privatrecht, sobald du einen festen Bootsliegeplatz am Rhein nutzen willst. Wegen der dichten Berufsschifffahrt und der hohen möglichen Schadenssummen ist eine Haftpflicht ohnehin dringend zu empfehlen.

Welche Haftpflicht-Deckungssumme brauche ich am Rhein?

Üblich sind in der Bootshaftpflicht Deckungssummen zwischen 5 und 15 Mio Euro. Am Rhein raten wir eher zur oberen Hälfte dieser Spanne. Der Grund liegt im Revier. Wer mit einem großen Frachter oder Fahrgastschiff kollidiert, eine Hafenanlage beschädigt oder mehrere Personen verletzt, sieht sich schnell Forderungen im Millionenbereich gegenüber. Der Sprung von 5 auf 10 oder 15 Mio Euro kostet in den meisten Tarifen nur wenige Euro im Jahr. Viele Marinas verlangen als Mindestnachweis eine niedrigere Summe, doch an dieser Untergrenze solltest du im stark befahrenen Rheinrevier nicht bleiben.

Was kostet ein Bootsliegeplatz am Rhein und in Köln?

Die Preise hängen von Bootslänge, Hafen und Vertragsart ab. Der Düsseldorfer Yachtclub nennt für Gastlieger 2 Euro pro Meter Schiffslänge und Tag zuzüglich 5 Euro für den Stromanschluss. Für Dauerliegeplätze veröffentlichen viele Rhein-Häfen keine festen Preise, sondern vergeben nach Warteliste und auf Anfrage. In Köln gehören der Rheinau-Sporthafen mit 120 Plätzen und der Kölner Autbord- und Motoryacht-Club zu den bekanntesten Adressen. Liegeplätze in zentralen Lagen sind knapp, deshalb lohnt sich eine frühe Anfrage und der Blick auf Häfen bei Leverkusen, Duisburg oder an der Mosel.

Welchen Bootsführerschein brauche ich auf dem Rhein?

Auf dem Rhein und in NRW gelten die bundesweiten Grenzen für den Sportbootführerschein Binnen. Einen Führerschein brauchst du für ein Boot mit Verbrennungsmotor von mehr als 11,03 kW, das entspricht 15 PS. Bei einem Elektromotor liegt die Grenze bei mehr als 7,5 kW in Dauerbetrieb. Boote unterhalb dieser Werte fährst du grundsätzlich führerscheinfrei. Für die Versicherung ist das wichtig, denn wer ein führerscheinpflichtiges Boot ohne gültigen Schein fährt und einen Schaden verursacht, riskiert bei grober Fahrlässigkeit den Versicherungsschutz. Hast du eine UKW-Funkanlage an Bord, brauchst du zusätzlich ein UKW-Sprechfunkzeugnis Binnen (UBI).

Warum ist der Rhein für Sportboote gefährlicher als ein See?

Der Rhein ist eine der meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt. Im Raum Köln zählt die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt rund 400 Schiffe pro Tag, an der deutsch-niederländischen Grenze etwa 600. Dazu kommt eine starke Strömung mit Fließgeschwindigkeiten von bis zu rund 10 km/h im Mittelrheintal. Große Frachter erzeugen Sog und Wellenschlag, die kleine Boote seitlich versetzen oder gegen Stege drücken können. Als Kleinfahrzeug musst du der Berufsschifffahrt ausweichen. All das erhöht das Kollisions-, Sog- und Grundberührungsrisiko gegenüber einem ruhigen Binnensee deutlich und macht eine hohe Haftpflicht plus Kasko besonders sinnvoll.

Was kostet eine Bootsversicherung am Rhein?

Verbindliche Pauschalpreise gibt es nicht, weil der Beitrag risikogerecht kalkuliert wird. Für ein typisches Freizeit-Motorboot mit einem Zeitwert von 20.000 bis 40.000 Euro liegt die reine Haftpflicht meist im unteren dreistelligen Bereich pro Jahr. Mit einer Teilkasko gegen Feuer, Diebstahl und Naturgefahren kommst du oft auf rund 300 bis 550 Euro im Jahr, mit Vollkasko eher auf 500 bis 1.000 Euro. Weil viele Versicherer das stark befahrene Rheinrevier als erhöhtes Risiko bewerten, kann der Beitrag höher liegen als bei reiner Nutzung auf einem kleinen See. Bootstyp, Wert, Motorleistung, Liegeplatz und Schadenhistorie fließen ein.

Gilt die Bootsversicherung auch auf der Mosel und den NRW-Kanälen?

Das hängt vom vereinbarten Fahrtgebiet ab, nicht von der einzelnen Wasserstraße. Die meisten Tarife decken deutsche Binnengewässer und damit Rhein, Mosel und die verbundenen NRW-Kanäle ab. Rechtlich gilt auf dem Rhein die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung, auf der Mosel die Moselschifffahrtspolizeiverordnung und auf den übrigen Bundeswasserstraßen die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Für den Versicherungsschutz kommt es darauf an, dass dein tatsächliches Fahrgebiet im Vertrag steht. Wer regelmäßig ins europäische Ausland fährt, sollte das Fahrtgebiet vorab erweitern lassen. Wir prüfen das im Angebot und passen die Police an dein Revier an.

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